Ausflug und Konzerte

Liebe Konzert- und Musikinteressierte!

Für Kurzentschlossene hier zwei interessante Konzerthinweise des BLÄSEROKTETT KREUZBERG an schönen, besonderen Orten:

Summertime!

24.6.2017, 16 Uhr, Bücknitzer Sommerkonzerte

Bücknitzer Kirche, Alte Schulstraße, 14793 Ziesar OT Bücknitz

Werke von: Händel, Dvorak, Mendelssohn, Smetana, Gershwin u.a.

http://www.buecknitzer-sommerkonzerte.de/de/index.php

 

1.7. 2017, 17 Uhr, Musikalische Vesper Nikolskoe

Evangelische Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe

Nikolskoer Weg 17, 14109 Berlin

Werke von Händel, Pärt,  Mendelssohn und Gershwin

http://www.kirche-nikolskoe.de/musik.html

Es spielen:

Oboe:                           Julia Ackfeld, Birgit von Streit

Klarinette:                    Susanne Pudig, Karsten Dedek

Horn:                           Anne Gerloff, Alexis Kasperavičius

Fagott:                         Susanne Benner, Tobias Lankow

Kontrafagott:               Elisabeth Böhm-Christl

Künstlerische Leitung: Elisabeth Böhm-Christl

Das Englischhorn, das …-horn, das ruht sich aus und bringt nur einen Ton heraus…

Liebe Leser_innen!

Unsere Sommer-Konzerte rücken näher und wir würden uns sehr freuen, möglichst viele von euch als unser Publikum begrüßen zu dürfen.

Am 24.6.2017 spielen wir in Bücknitz. Es lohnt sich ein Ausflug in die Gegend, um zum Beispiel die Burg im nahe gelegenen Ziesar anzugucken und dann eben unser Konzert zu besuchen.

Von den Nebeninstrumenten (um noch einmal an dieses Thema anzuknüpfen) werden wieder einige zum Einsatz kommen, wie z.B. die Bassklarinette und das Englischhorn. Das heißt also, dass sich bei uns das Englischhorn überhaupt nicht ausruht, wie der Titel vielleicht vermuten ließe und unsere Spielerinnen bekommen auch ziemlich viele sehr elegische, warme Töne heraus und nicht nur einen…

Vielleicht hängt der schöne Klang damit zusammen, dass das Englischhorn nicht am Ende eine Art Trichter hat, sondern ein birnenförmiges Schallstück, das auch Liebesfuß genannt wird. Wie bei allen Oboen und Fagotten wird der Klang durch ein Doppelrohrblatt erzeugt. Von der Lage her klingt das Englischhorn tiefer als die Oboe und ist in f notiert, wie die Hörner und auch Bassetthörner und nicht in c wie die Oboen.

Viele von euch werden die Englischhörner aus dem Weihnachtsoratorium (WO) von Johann Sebastian Bach kennen. Eigentlich ist das WO mit zwei Oboen d’amore und zwei Oboen da caccia besetzt, aber wenn keine historische Aufführungspraxis gewählt wird, werden oft statt der Oboen d´amore Oboen und statt der Oboen da caccia Englischhörner verwendet.

Bis zum nächsten WO ist es aber glücklicherweise noch etwas hin, so dass wir euch nur herzlich einladen können, zu unseren Konzerten zu kommen und die Instrumente aus nächster Nähe kennen zu lernen.

Wer keine Zeit oder keine Möglichkeit hat, nach Bücknitz zu kommen, kann uns am 1.7.2017 bei der Musikalischen Vesper in Sankt Peter und Paul in Nikolskoe (also die Ausflugskirche am Wannsee schlechthin) hören…

Hoffentlich bleibt ihr uns treu, bis zur nächsten Woche und herzliche Grüße von Susanne

Und jetzt noch einmal zu den Instrumenten…


Liebe Leser_innen!

Es freut mich sehr, dass mein letzter Blogbeitrag bei euch so guten Anklang gefunden hat!! Vielen Dank für eure Rückmeldungen! Die Wahl des Instrumentes scheint ja doch nicht so ganz bewusst zu erfolgen und so ist es umso erstaunlicher, dass bis auf zwei unserer Mitspieler_innen alle Musik, wenn nicht gar ihr Instrument studiert haben… Die Liebe zum Instrument scheint mit der intensiven Beschäftigung damit wachsen zu können.

Ich will euch jetzt auch nicht vorenthalten, wie ich zum Fagott gekommen bin. Seit ich sechs Jahre alt bin spiele ich Klavier und mit dem Klavier hat man ja eher selten die Möglichkeit im Orchester zu spielen (ich habe das erst ein Mal getan – beim Aachener Studentenorchester e.V.: Charles Ives: Central Park in the Dark – ), aber da ich gern im Orchester spielen wollte, musste ich ein Orchesterinstrument lernen und so stand ich mit 12 Jahren vor der Wahl: Klarinette oder Fagott?! Meine große Schwester meinte zu mir: Wenn du Klarinette lernst, spiele ich nie mit dir zusammen…, außerdem gab es an meiner Schule ein Leihfagott und so fiel die Wahl nicht besonders schwer. Ich bin bis heute dankbar, dass ich dieses Instrument gewählt habe, aus mehr Gründen, als ich hier aufzählen kann… nun aber zu den Sonderinstrumenten:

Die Wahl, sich für ein Nebeninstrument zu entscheiden, fällt schon dezidierter und bewusster aus. Es sind vor allem die weitergehenden Musizier-Möglichkeiten, die uns dazu gebracht haben, (mindestens) ein weiteres Instrument zu lernen und natürlich der tolle Klang der Nebeninstrumente, der uns immer wieder bezaubert. Unsere Oboistinnen spielen auch Englischhorn, unsere Klarinettist_innen spielen die ganze Klarinettenpalette, unsere Hornist_innen greifen ab und zu zu Alphörnern oder großen Muscheln, um darauf zu blasen und wir Fagottist_innen spielen auch Kontrafagott. Das Kontrafagott überzeugt zum Beispiel durch seine unglaublich warmen, weichen, tiefen Töne, die mit ihren Hertzzahlen bis an die Hörgrenze heranreichen. Trotzdem kann man mit dem Kontrafagott sehr klar artikulieren. Wenn man Fagott spielt und Kontra lernt, ist das etwa so, als würde man die französische Sprache sehr gut beherrschen und dann spanisch lernen. Einiges versteht man sofort, anderes ist völlig anders… Von der Bauweise her ist das Kontrafagott im Prinzip ein auf das Doppelte verlängertes Fagott. Die schwingende Luftsäule ist fast sechs Meter lang und das kann dadurch erreicht werden, dass die Röhre drei Mal gebogen ist. Anders als das Fagott kann das Kontra (abgesehen von S-Bogen und Rohr) nicht auseinander genommen werden, da sich die Mechanik der Klappen aufgrund der Größe des Instruments über den ganzen Instrumentenkörper erstreckt. Toll ist auch das Spielgefühl beim Kontra-Spielen. Durch die extrem tiefen Töne schwingt der ganze Körper mit…

Hoffentlich bleibt ihr uns treu, bis zur nächsten Woche und herzliche Grüße von Susanne

O-Ton Bläseroktett Kreuzberg

Eigentlich wollte ich ja in dieser Woche von den Sonderinstrumenten berichten. Das muss aber jetzt noch eine Woche warten. Wir hatten gestern wieder Probe und da sind wir darüber ins Gespräch gekommen, warum wer eigentlich welches Instrument spielt und warum wir eigentlich hier im Bläseroktett Kreuzberg zusammen musizieren und das möchte ich euch jetzt nicht vorenthalten, denn da waren wirklich interessante Aussagen dabei:

Ich habe mich für meine Oboe entschieden, weil ich gern ein Orchesterinstrument lernen wollte und weil bei der Musikschule noch Plätze für Oboenunterricht frei waren…Hier im Bläseroktett Kreuzberg spiele ich, weil ich hier so gut gefordert werde – es ist einfach noch mal eine andere Anforderung, als im Orchester zu spielen und natürlich macht es uns sehr viel Freude, zusammen Musik zu machen…

Ich hab mich für mein Instrument (Horn) entschieden, weil es so einen schönen Klang hat…

Hallo ich bin Tobias und spiele Fagott im Bläseroktett Kreuzberg. Ich habe mich für das Instrument Fagott entschieden, weil ich im Orchester spielen wollte, damals, nachdem ich mit Blockflöte dann durch war und da hieß es: entweder Horn oder Fagott. Nach dem Namen habe ich dann halt das Fagott genommen, weil es irgendwie schöner klang. Ja und ich spiele im Bläseroktett Kreuzberg weil meine damalige Fagottlehrerin das Oktett gegründet und auch geleitet hat. So bin ich dazu gekommen und es war so schön, dass ich nach einer längeren Pause während meines Musikstudiums wieder zurückgekommen bin und nicht mehr weggekommen bin…

Ich wollte Oboe lernen, weil ich ein Instrument spielen wollte, dass man auch rumtragen kann – geht mit dem Klavier nicht so gut. Es sollte ein Instrument sein, mit dem man mit anderen zusammen und im Orchester spielen kann. Warum es dann die Oboe geworden ist, weiß ich gar nicht ganz genau, wahrscheinlich fand ich den Klang schön…Ich spiele im Oktett hier, weil es viel Spaß macht, mit guten Leuten viel und schöne Sachen zusammen zu spielen – das Repertoire, das wir erarbeiten, ist unglaublich vielseitig und horizonterweiternd, von der Renaissance bis zu Uraufführungen…

Es war ein Fehler bei der Kurseinteilung in der Schule. Ich wollte einen Elektroworkshop machen und bin dann beim Horn gelandet. Der Lehrer war so begeistert von mir und meinte, dass ich perfekte Lippen hätte und so musikalisch sei und unbedingt weiter machen müsse und dann habe ich das eben gemacht…

Ich wollte einfach schon immer Klarinette spielen, warum weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Hier im Oktett spiele ich, weil ich Lust habe, auf diesem hohe Niveau Kammermusik machen zu können. Dafür nehme ich auch weite Wege in Kauf…

Ich spiele im Oktett, weil ich es schön finde, mit anderen zusammen zu spielen und weil wir gemeinsam schöne Musik machen können. Mir gefällt hier besonders, dass wir so intensiv zusammen an der Musik arbeiten. Dies hängt natürlich auch damit zusammen, dass wir eine professionelle Leitung haben, denn dadurch werden wir noch viel besser, als wenn wir uns einfach so treffen würden, um zu spielen, selbst wenn die meisten von uns Musik studiert haben…

Piccolo, Sax & Co.

Eine Leserin unseres Blogs hat mich gefragt, ob ich eigentlich: Piccolo, Sax & Co kenne. Ja, kenne ich: Das ist die Geschichte des kleinen Piccolo, der von einer Piccoloflöte gespielt wird und auf Sax trifft, der von einem Sopransaxophon dargestellt wird. Die beiden Instrumente und ihre Familien lernen sich kennen, freunden sich an und die Familienmitglieder werden nacheinander vorgestellt.

Da dachte ich, es könnte doch auch interessant sein, die Instrumente, die bei uns mitspielen und die vielleicht nicht jede_r kennt, einmal vorzustellen. Tatsächlich gab es die Blasinstrumente früher immer in Familien, so wie es heute noch bei den Streichinstrumenten der Fall ist und es hat sich dann im Laufe der Zeit dasjenige Instrument durchgesetzt, das seine Art am charakteristischen vertreten hat und das sind die heute bekannten Instrumente.

Neben unserer üblichen Besetzung, also zwei Oboen, zwei Hörner, zwei Fagotte, zwei Klarinetten (A- und B-Klarinetten), kommen bei uns aber auch immer wieder Sonderinstrumente zum Einsatz, also weitere Familienmitglieder, die auch überlebt haben, wie zum Beispiel die Es- oder Bass-Klarinette oder das Kontrafagott oder das Englischhorn.

Die Es-Klarinette ist, wie man sich denken kann, ein Mitglied der Klarinetten-Familie, sie ist tatsächlich die höchste Klarinette, die heutzutage noch verwendet wird und ist mit ca. 50 cm relativ klein. Entsprechend ihres kleineren Resonanzkörpers ist ihr Klang auch wesentlich höher als der der B-Klarinette, genau genommen: eine Quarte höher und sie kann unglaublich laut und durchdringend klingen. Die Klarinetten haben aber nicht nur nach oben hin etwas zu bieten, sondern auch nach unten hin geht es sehr tief, mit der (Sub-)Kontrabassklarinette, wobei in Oktettzusammenhängen als tiefste Klarinette in der Regel die Bassklarinette zum Einsatz kommt. In unserem aktuellen Programm ist z.B. bei der Bearbeitung von Gershwins: Summertime sowohl die Es-, als auch die Bassklarinette eingesetzt. Die Bassklarinette spielt in der Lage des Fagottes, hat aber einen ganz anderen Klang. Auch bei Arvo Pärts Stück: Fratres spielt die Bassklarinette eine wichtige Rolle.

Nächste Woche dann mehr zu den Sonderinstrumenten.

Interview mit Elisabeth Böhm-Christl, Teil 2

S.B.: Was genau ist deine Aufgabe bei der Ensemble-Leitung?

E.B.-C.: Mein Ziel ist es immer, die Werke so einzustudieren, dass ich als Leitende überflüssig werde; dass also die Spieler_innen die Musik so gut kennen, dass sie sich aufeinander beziehen können und mich nicht mehr als vermittelnde Instanz benötigen.

S.B.: Wie kann man sich das genau vorstellen? Kannst du hier einen Aspekt aus deiner Probenarbeit benennen?

E.B.-C.: Gerade bei Werken, die den Spieler_innen nicht so geläufig sind, überlege ich mir zu bestimmten Problemen, die in der Komposition enthalten sind, seien es besonders schwierige Rhythmen, seien es dissonante oder schwierig zu hörende Klänge oder auch unerwartete Aktionen in der Musik, vorbereitende Übungen. Das sind manchmal sehr komplexe Spielanweisungen, die einen besonderen Aspekt der Musik heraus nehmen und intensiv erfahren lassen. Ein anderes Thema, das uns natürlich immer begleitet, ist die Intonation und Übungen dazu, wie z.B. die „Übergabe eines Tones“ von einem zum anderen Instrument, die so gestaltet werden soll, dass der Einsatz des dazu kommenden Instrumentes möglichst gar nicht zu hören ist.

S.B.: Ich kenne deine Übungen ja nur zu gut und finde sie nicht immer angenehm, denn sie zeigen einer/einem doch sehr deutlich die eigenen Schwächen auf. Wie gehst du denn damit um, insofern Überzeugungsarbeit leisten zu müssen.

E.B.-C.: Ach eigentlich ist es dann immer so, dass es letztlich doch allen Spaß macht und spätestens, wenn die zuvor als problematisch empfundenen Stellen plötzlich so einfach und klar sind, als hätten alle sie schon immer verstanden, merken alle, wie toll dieses Erlebnis ist. Glücklicherweise bekomme ich dann auch entsprechendes Feedback.

S.B.: Was gehört denn noch zur Arbeit als Ensembleleitung?

E.B.-C.: Bei mir gehört in Bezug auf dieses Ensemble insbesondere noch dazu, dass ich die Stücke auswähle, sie analysiere, Probenpläne entwerfe, die Proben z.T. sehr detailliert vorbereite, die Reihenfolge der Stücke im Konzert festlege und letztlich auch die Programme herstelle und Moderationen vorbereite. Außerdem kümmere ich mich um Auftrittsorte und nutze hier meine langjährigen Erfahrungen in der Berliner Musik-Szene.

S.B.: Du bekommst ja auch immer wieder vom Publikum zu hören, dass insbesondere die Auswahl der Stücke als sehr interessant, anregend und kontrastreich empfunden wird. Nach welchen Kriterien wählst du denn die Werke aus?

E.B.-C.: Wir haben eigentlich immer ein sehr gemischtes Publikum. Einige wären sicher nicht daran interessiert, ein komplett modernes Programm zu hören, andere wiederum wären sicher nicht bereit, für ein rein „klassisches“ Programm zum Konzert zu kommen. Das habe ich bei der Stückauswahl schon im Hinterkopf, aber hauptsächlich gehe ich danach, welche Stücke ich interessant finde, welche Musik für die meisten Oktettmitglieder nicht bekannt oder nicht so gut bekannt sind, denn sie wollen gerne immer neue Stücke spielen und mögen musikalische und technische Herausforderungen. Darum habe ich auch mit meinen Arrangements unser Repertoire in die Barock-und Renaissancezeit hinein erweitert und höre hier auch nicht auf, Neues zu schaffen bzw. nach Neuem zu suchen.

Also es sind letztlich viele Aspekte, die bei der Programmauswahl eine Rolle spielen.

 

 

 

Interview mit Elisabeth Böhm-Christl, Teil 1

S.B.: Liebe Elisabeth, erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, ein paar Fragen zu beantworten. Es gibt ja doch einige Menschen in Berlin, die die kammermusikalische Arbeit in einem Bläseroktett unweigerlich mit deinem Namen verbinden. Schließlich bist du ja jetzt auch schon seit über 30 Jahren Leiterin des Bläseroktetts Kreuzberg und hast auch viele andere kammermusikalische Gruppen geleitet bzw. betreut. Wenn man dich so bei den Konzerten erlebt, scheint es dir ja nach wie vor Spaß zu machen. Du scheinst mit Leib und Leben Musikerin zu sein. Weißt du eigentlich noch, warum du angefangen hast, Fagott zu spielen?

E.B.-C.: Ich hatte als Kind – da muss ich vier oder fünf Jahre gewesen sein – einen sehr guten Blockflöten-Unterricht und es war schon früh klar, dass mir das Bläserische sehr liegt. Ausschlaggebend war dann letztlich ein Konzert des Mädchenchor Hannover, in dem ich viele Jahre gesungen habe, mit dem Opernorchester Hannover. Bei diesem Konzert stand ich direkt hinter den Fagottisten und neben dem tiefen warmen Klang des Instrumentes hat es mich sehr fasziniert und interessiert, was die Fagottisten immer zwischendurch mit ihren Mundstücken machen.

S.B. Und wann wusstest du, dass du Musikerin bzw. Fagottistin werden willst?

E.B.-C.: Das Musik zu meinem beruflichen Leben gehören würde und müsste, war schon sehr früh mich klar. Das Musizieren hat schon immer intensiv zu meinem Leben gehört. Ich habe als Kind und Jugendliche viele internationale Konzert-Tourneen mit dem Mädchenchor Hannover gemacht und in diversen Musizierzusammenhängen, also Orchestern und Kammermusikensembles, als Fagottistin bei Jugend musiziert mitgewirkt und war diverse Mal Preisträgerin, u.a. auch in der Ensemblewertung mit Andreas N. Tarkmann, der heute für uns arrangiert und komponiert. Für mich war klar, dass ich Musik studieren würde. Ich habe erst Schulmusik und Germanistik studiert und dann auch das Studienratsexamen gemacht, wusste aber recht schnell, dass ich nicht in die Schule gehen möchte und habe dann noch Hauptfach: Fagott studiert, übrigens als erste Frau an der UdK Berlin (damals HdK). Ich habe dann auch noch Instrumentalpädagogik studiert, so dass ich also auch noch Instrumentalpädagogin bin, als die ich zwischenzeitlich an die UdK Berlin als Dozentin zurück gekehrt bin.

S.B.: In deinem Lebenslauf habe ich gesehen, dass du musikalisch sehr breit aufgestellt bist und zum Beispiel auch bei internationalen Jazzfestivals aufgetreten bist. Kommt dir das zu Gute, wenn du Ensemblearbeit machst oder anders gefragt: Wie kam die kammermusikalische Arbeit in dein Leben?

E.B.-C.: Ich hatte ja schon angedeutet, dass ich auch als Kind und Jugendliche schon viel Kammermusik gemacht habe. So lag es nahe, dass ich aufgrund meiner anderen Leidenschaft, der Pädagogik, nicht nur selbst spielen, sondern auch musikalisch gestalten wollte und dies ist gerade mit einem Oktett wunderbar möglich. Tatsächlich kommt es mir dabei sehr zu Gute, dass ich nicht auf ein musikalisches Genre festgelegt bin, denn dies ermöglicht eine sehr viel größere Freiheit in der Gestaltung.